<< Ich kann nicht tanzen. Und vor allem nicht auf zwei Hochzeiten.
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Du betrachtest das Leben in einem seltsam fremden Raum

Steffi und ich haben gestern Control geguckt. Den Film von Anton Corbijn über die englische Band Joy Division oder vielmehr über den Sänger Ian Curtis und seinen Konflikt zwischen Musikerleben, Krankheit und Familie.

Das war ein wirklich toller Film mit der eindruckvollsten Bildsprache, die mir seit langem auf einer Leinwand untergekommen ist. Toll, wenn jemand mal wieder den Mut hat, die Kamera einfach mal für dutzende Sekunden auf einer Einstellung verharren zu lassen. Da ist jedes Bild wie ein Foto. Nur ein Kopf, ein Sofa. Ein Gesicht. Das kann soviel erzählen.

Und weil das damals, als es mich hätte erwischen können, völlig an mir vorbeimusiziert ist und heute so nah an mir dran ist, hat es jetzt aber voll eingeschlagen. Bin ein bisschen froh, dass nun entdecken zu dürfen. Früher wären es viellleicht gut Pop-Songs gewesen. Heute ist da ein „mehr“ dass ich entdecken möchte ...

„Some people have said it [the music] is all about death and destruction. It isn't, really. There's other things... particular feelings. None of the songs are about death and doom. It's such a heavy metal thing, that. Some of the things come out of confusion, because I'm not exactly sure what I want, [although] now I feel more or less settled. I'm doing what I want to do, really.” Ian Curtis, 1979

Know what I mean?

Werde dann jetzt offizieller Joy Division-Fan.

(Nachtrag: In der Mittags-Pause drüben im Elektro-Discounter „Closer“ gekauft. Wenn das nicht großartig und „The Eternal“ nicht eines der schönsten Lieder jemals ist, will ich Benedikt heißen.)

„Control“ wird wohl mein Kino-Film des Jahres sein.

Und „Closer“ mein Album des Jahres.

Hier der deutsche Trailer:

Dieser Eintrag ist vom 20.01.2008 und gehört zu: Medienkonsum, Früher, Musik ...
6 Kommentare (s.u.) wurden bislang dazu hinterlassen. ... Trackback-Link

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Markus Freise schreibt dazu am 23.01.2008
Nein. Klingt gar nicht so! Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, warum das so aufregend für mich ist, dass mich das Thema bislang gar nicht beschäftigt hat und ich den Film wohl deshalb mit anderen Augen sehen durfte als jemand, der mit gewissen, jahrzentelangen Erwartungen da hinein geraten ist. ... Ich kann gar nicht aufhören „Closer“ zu hören.
Brohm schreibt dazu am 22.01.2008
das sollte gar nicht so klingen, als würde ich mir jetzt argwöhnisch darüber gedanken machen, dass du "erst jetzt" joy division kennenlernst. falls es so klang, sorry.
Markus Freise schreibt dazu am 21.01.2008
Ich bin ja gar kein Music-Nerd. Und entdecke das alles gerade für mich. Nicht, dass ich nicht wüsste, dass es New Order gab oder Joy Division. Oder das „Blue Monday“ der angeblich wichtigste Song der 80er sein soll. Aber diese ganzen kleinen Verquickungen und die Umstände, wie alles zusammen kommt. Das entdecke ich nun. Das ist sehr aufregend!
Brohm schreibt dazu am 21.01.2008
das bild, das du gewählt hast finde ich allerdings auch mit am tollsten. weil da sitzen natürlich new order. ein schöner schnitt. ian tot, neue band.
Markus Freise schreibt dazu am 21.01.2008
Ja. Das mit Annik habe ich auch so empfunden. Wollte es aber hier nicht hinschreiben, um da keine Vorurteile zu provozieren. Außerdem sieht Frau Lara so unverschämt gut aus, dass es mich getröstet hat. Schauspielerisch waren aber nach meiner Meinung alle sehr überzeugend. Nicht nur Samantha Morton (übrigens die Maria Stuart aus „Elizabeth“). Ich denke, dass es mich vielleicht etwas mehr gepackt hat, weil ich diesen Zwiespalt, denn Herr Curtis da mitgemacht hat, und auch wenn der nicht ausufernd besschrieben war, sehr gut kenne. Naja. Vielleicht gibt's ja mal 'nen Directors Cut.
Brohm schreibt dazu am 21.01.2008
ich muss ja zugeben, dass ich den film leider gar nicht gut fand. ich hatte mich sehr auf ihn gefreut aber er hat mich überhaupt nicht überzeugt. vielleicht weil ich dann doch von der musik erwischt wurde als die zeit richtig war. so mit 15, da war herr curtis auch schon lange tot aber ich nicht.

am anfang hat der film gar keinen fluss, da passiert alles recht abgeschnitten, corbijn hat aber auch eine stunde rausschneiden müssen, deshalb der ruppige anfang. die figur curtis kommt gar nicht rüber, also bei mir. annik ist so schlecht besetzt und synchronisiert, dass echt nicht rüberkommt, was curtis an ihr findet. dann ist er auch noch plötzlich depressiv, was man ja von anfang an weiß aber es kommt so unmotiviert, und irgendwann hatte ich nur noch den gedanken: jetzt häng dich endlich auf. am besten kommt ians frau rüber. also die schauspielerin macht einen guten job. alles andere finde ich echt mau. schade.

das einzige wozu mich der fillm dann gebracht hat, war es, mir die hess-ansage noch mal auf cd anzuhören.

* wird nicht veröffentlicht.

Dies hier ist schamlos und komplett von _ben geklaut. Der findet das aber großartig.

6
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