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Der Mobile-Phone-Markt steht unter Dampf

Ich erinnere mich nur ungern an meine kurze Phase, in der ich ein MDA Compact II mein Eigen nennen durftemusste. Auf dem lief nämlich Windows Mobile. Und das ist das mieseste Stück Software, dass mir jemals untergekommen ist.

Windows Mobile muss man sich vorstellen, wie ein zusammengeschrumpften Zwitter aus Microsoft Windows 3.11 und Microsoft Windows 2000: Es ist völlig unausgereift. Konzeptionellste Schwäche ist dass hier der Versuch unternommen wurde, die bekannten und (meinetwegen) bewährten Metaphern der Deskop-Versionen von Windows auf ein Gerät mit einem kleinen Bildschirm und wenigen Tasten zu überführen. Dies Konzept ist gescheitert und macht die Bedienung der Endgeräte zu einer Farce sondergleichen.

Deshalb habe ich umso lauter „Hurra!“ geschrien, als Steve Jobs im vergangenen Januar auf der MacExpo in San Francisco das Apple iPhone vorstellte. Apple hatte einmal mehr zuerst über die Anwendung und dann über die Lösung nachgedacht. Ein Punkt, an dem Microsoft hingegen ständig scheitert: Da werden Produkte auf den Markt geworfen, ohne dass sich Gedanken über den Markt gemacht werden. Eine Zeit lang ging das gut und brachte Microsoft dahin, wo es heute ist. Neuerdings jedoch geht das regelmäßig in die Buchse. Der Zune und Vista sind hier unrühmliche Beweise.

(Anmerkung: Mit Symbian habe ich keinerlei Erfahrung. Deshalb wir dieses OS hier nicht behandelt. Aber es dürfte zu den Verlierern gehören. Warum? Weiterlesen!)

So schien das Apple iPhone tatsächlich den Mobile-Phone-Markt zu revolutionieren: Einfachste Bedienung, großartiges Design und tolle Anwendungen.

Apple machte jedoch zwei wesentliche Fehler, die nun dazu führen, dass das Konzept iPhone in ernsthafte Gefahr gerät: Zum einen entschied man sich in Cupertino gegen 3G-Technologien (UMTS) und schloss zudem die Developer-Gemeinde von der Software-Entwicklung für das iPhone durch Zurückhaltung eines SDKs aus.

Der zweite Punkt ist mittlerweile Geschichte: Ein SDK ist für Februar 2008 angekündigt. Und auch mit UMTS ist wohl in Kürze zu rechnen.

Dann kann das iPhone ja durchstarten, sollte man meinen. Aber so einfach ist es dann leider doch nicht.

Denn Apple bekommt ernsthafte Konkurrenz durch einen eigentlich strategischen Partner: GOOGLE! Die haben vergangene Woche Android vorgestellt: eine offene Software-Plattform für Mobile Endgeräte.

Vor einigen Tagen wurde die Ankündigung noch als eine Pressemitteilung belächelt, in der lediglich viele große Unternehmen als Partner aufgeführt wurden und ansonsten wenig greifbares bereit hielt. Heute jedoch macht ein YouTube-Video die Runde, in dem Sergey Brin und Steve Horowitz von GOOGLE! die Plattform demonstrieren und Sergey am Ende etwas aus dem Sack holt, das Apple sehr nervös machen sollte:

GOOGLE! stellt 10 Millionen Dollar als „Belohnung“ für besonders gelungene Android-Anwendungen bereit.

Das Android zudem in diesem frühen Stadium einen ganz ordentlichen Eindruck macht, dürfte den Druck auf dem Kessel zusätzlich erhöhen. Ich bin gespannt, wie Apple und GOOGLE! den Markt unter sich aufteilen werden! Ich bin mir sicher, man redet miteinander. Schon weil mit Eric Schmidt ein „GOOGLER“ im Apple-Vorstand sitzt.

Ach ja: Wer war nochmal Microsoft?

Dieser Eintrag ist vom 14.11.2007 und gehört zu: Hardware, Software, Apple Macintosh, Medienkonsum, Internet ...
2 Kommentare (s.u.) wurden bislang dazu hinterlassen. ... Trackback-Link

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Markus Freise schreibt dazu am 28.11.2007
ich bin da nicht so der anarchist. ich nehme auch produkte, die nicht open source sind. im prinzip ist es mir ja auch egal, wie mein kühlschrank funktioniert. hauptsache, er tut es.

Simon Pröger schreibt dazu am 28.11.2007
Na dann google mal das "Neo 1973" von OpenMoko, das erste Handy das komplett mit Open Source ausgestattet wird. Leider noch in der Entwicklung...

* wird nicht veröffentlicht.

Dies hier ist schamlos und komplett von _ben geklaut. Der findet das aber großartig.

2
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