<< Da ist es wieder. Ganz leise um die Ecke geschlichen!
For the love, not the money ... >>

Der Herzenswunsch der kleinen Anna-Maria

Regelmäßig höre ich WDR 5. Das möchte ich auch einfach mal zugeben. Zum einen schalte ich ein, weil man dort umfassender informiert wird als im Rest des Radios. Zum anderen, weil ich noch immer nicht begriffen habe, weshalb im Formatradio unter jedem noch so unbedeutenden Wortbeitrag ein Soundteppich liegen muss als ob Mayday wäre. (Wieviel Eindrücke auf einmal kann ein Hirn eigentlich verarbeiten ohne die Konzentration auf das Wesentliche zu verlieren?)

Jedenfalls ist auch auf WDR5 bald Weihnachten. Und da lief dann in der Sendereihe „LebensArt“ ein Beitrag mit dem Titel „Mein Geschenk ist aber mehr wert, ätsch!“. Moderiert von Judith Grümmer. Im Studio als Gast die Autorin Gerlinde Unverzagt. Abgesehen davon, dass dieser Titel entsetzlich ist, rufen bei solchen Call-In-Sendungen zumeist Lehrer und andere Kulturpessimisten an. So auch hier. Da reihte sich Konsumverweigerer an Konsumverweigerer. Da wurde darüber philosophiert, dass Geschenke nicht teuer sein müssen, was sich aber zumeist anhörte, als ob sie nicht teuer sein dürfen.

Mein Standpunkt zu den Dingen ist, dass Weihnachten dazu dient, seinen Liebsten einen Herzenswunsch zu erfüllen. Etwas, dass derjenige sich wirklich wünscht und nichts anderes haben möchte. Es erschließt sich mir deshalb leider nicht, weshalb ein Kind kein Piratenschiff von Playmobil für 89 Euro haben soll, wenn es wirklich, wirklich nichts anderes haben möchte. Stellt man da nicht seine Arroganz gegenüber der Konsumgesellschaft vor die Interessen des Kindes? Ich verstehe das nicht. Es geht doch darum, einen Wünsch zu erfüllen. Einfach mal jemandem was Gutes tun. So „One on one“ ohne es gleich wieder als Seitenhieb auf die Gesellschaft zu nutzen.

Können diese Sozi-Zombies sich nicht auch mal locker machen?

Endgültig platzte mir dann jedoch der Kragen, als die beiden Damen im Studio den Wunsch der kleinen Anna-Maria, 8 Jahre, als „schönen Wunsch“ klassifizierten! Die sagte auf die Frage, was auf ihrem Wunschzettel stünde, folgendes:

„[...] Ich wünsch mir eigentlich als Herzenswunsch, wünsche ich eigentlich ein bißchen mehr Zeit wo ich mit meiner Mutter zusammen kuscheln kann. [...]“ Anna-Maria, 8 Jahre

Da ging der Moderatorin das Herz über:

„Das ist ein schöner Wunsch! Und ich wünsche mir das es in Erfüllung geht.“ Judith Grümmer

Nein! Verdammt! Das ist kein schöner Wunsch!

Was für eine entsetzliche Welt, in der sich Kinder zu Weihnachten wünschen müssen, dass ihre Eltern mit ihnen kuscheln. Wie entsetzlich ... Ich gehe mal schnell Sarah drücken (obwohl noch gar nicht Weihnachten ist) und freue mich darauf, wie sehr sie sich über das Playmobil freuen wird.

Dieser Eintrag ist vom 18.12.2007 und gehört zu: Buchse runter, Medienkonsum ...
2 Kommentare (s.u.) wurden bislang dazu hinterlassen. ... Trackback-Link

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Markus Freise schreibt dazu am 18.12.2007
Sarah wollte heute bei IKEA das erste mal Playstation spielen. „Können wir das auch mal machen, Papa?“ Konnten wir leider nicht, wegen dem kleinen Türkenjungen davor. Aber stolz war ich trotzdem.

Mal sehen, welche Schule sie einst stürmen wird.
stefan schreibt dazu am 18.12.2007
genau. das kommt davon, wenn sich alle nur noch damit beschäftigen, killerspielspieler doof finden zu müssen.

kinder sollten nicht nach wärme fragen müssen, mütter.

seid bitte auch dann sensibel, wenn counter strike aus ist.

* wird nicht veröffentlicht.

Dies hier ist schamlos und komplett von _ben geklaut. Der findet das aber großartig.

2
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