Tag 3 - Überall nur Tränen
Als wir wieder am Ausgang waren, saßen da zwei alte Männer. Der eine weinte. Der andere erzählte ihm. Auf Englisch. Ich verstand nicht, worum es ging. Hatte dennoch zuviel Ahnung, was ihn berührte. Waren Steffi und ich doch gerade am Ende der Ausstellung unter dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas angekommen.
Sprachlos darüber, wie es jemand geschafft hatte eine so schier überwältigende Darstellung zu finden. Über etwas, von dem wir, als Kinder der Achtziger und bis ins Mark und Bein mit dem Thema Holocaust immer wieder konfrontierten Generation, gedacht hatten, alles Wesentliche erfahren zu haben. Doch was mich betrifft hatte nichts zuvor so sehr den Schrecken und den Terror an jedem einzelnen Opfer vor Augen geführt, wie diese Schau von Dokumenten, Bildern, Texten und Tönen. Nichts die Bedrückung so in den Fokus gerückt, wie ein Gang durch das Stehlenfeld. Irgendwie: Danke dafür!
Ablenkung fanden wir dann beim Bummeln im Sonnenschein Richtung Potsdamer Platz und im Konsumwahn auf dem Ku'damm. Von dort hetzten wir dann bald Richtung Hostel. Denn die Zeit wurde knapp. Waren ja vor allem wegen des Nationals hier. Und um 19 Uhr 30 sollte Mischas und Marc's Halbfinale sein. Anschließend daran das von Goehre.
Ach, Jungs! ... So ein Pech! Mischa hatte ja bereits in seiner Vorrunde Lospech. Musste er doch da als Zweiter seiner Gruppe ran. Konnte das aber irgendwie gar nutzen und gewann. Nun, im Halbfinale verließ es ihn ganz, das Glück und seine Startposition rutschte nach vorne auf Platz 1. Wie undankbar! Zumal er im gleichen Wettbewerb auf Platz 3 wieder im Team ran musste!? Überhaupt? Wer hatte denn den Blödsinn zu verantworten? Lauter Teams in einer Runde mit Einzelteilnehmern aus den gleichen Teams!? Ich bin mir sicher, das hätte man glücklicher lösen können. (Mal schauen, wie die Züricher dieses Team-Thema im nächsten Jahr angehen. Hoffen wir, dass sie die Wettbewerbe wieder trennen.) Zurück zum Ausgang des Halbfinals: Mischa gab sein bestes, die Pumpernickel s auch. Und alle anderen leider ebenfalls. So mussten sich beide mit Plätzen jenseits der Qualitfikationsränge zufrieden geben. Ach, Jungs! Schade. Mischa ist dann abgehauen in die Nacht. Um Trost zu finden im Alkohol. Ich kann's verstehen. Wir aber blieben im Ballhaus.
Denn unser El-Goehre war ja auch noch am Start! Hatte aber auch Pech. Nicht mit der Auslosung, konnte sogar einen tollen Startplatz am Ende des Feldes ergattern; eher mit einer Jury, wie ich sie noch nicht gesehen hatte: Die hat Noten verteilt, die vom Publikum zumeist mit tumultartigen Reaktionen bedacht wurden. Fünfen, wo alle eine Zehn sahen und zu oft anders herum. So eine Diskrepanz ließ keinen vernünftigen Ausgang des Wettbewerbs zu und katapultierte großartige Beiträge auf hintere Ränge. Nachvollziehbar war da gar nichts. So, dass auch Micha-El am Ende ohne nennenswerte Platzierung die Segel dieses Nationals streichen musste. An seinem Geburtstag, der Arme.
Damit bleibt Tag 3 des Nationals nicht in guter Erinnerung: Eine nicht nachvollziehbare Auslosung der Gruppen und eine Besserwisser-Jury, die harte Arbeit mit Arroganz abstrafte. Schade. Hoffen wir auf Besseres, heute im Finale ab 21 Uhr im Admiralspalast.
Ach ja: Robert Gaude war auch da. Ohne Waffe. Scheint wohl ein kalter Krieg zu sein. Aber passt ja auch ganz gut. Sind ja in Berlin. Ich gehe mir eine Mauer bauern und blogge morgen weiter.
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Zürich, so heisst es, wird die Wettbewerbe wieder trennen. Außerdem wird es noch so manch gute Überraschung geben, aber das petze ich jetzt nicht!
Dies hier ist schamlos und komplett von _ben geklaut. Der findet das aber großartig.















